Sonntag, 9. August 2009

Viel Regen ohne Bogen im Killarney National Park

So, kurz vor meinem Urlaub wird es Zeit Euch von meinem letzten langen Wochenende im Killarney National Park zu erzählen.

Killarney selbs ist eine kleine typisch irische Stadt im Süd-Westen der Insel. Eine hübsche bunte Altstadt mit vielen Pubs und vielen Touristen. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist sicher dieses Akkordeonistendenkmal ;-)

Ein Blick auf die Karte des, an die Stadt angrenzenden Nationalparks, machte mir schnell klar dass ich hier, nur zu Fuss, einiges verpassen würde.

Mein Reisebeleiter für dieses Wochenende heißt Grizzly und hat mich zweieinhalb Tage lang geduldig überallhingetragen.

Als ich am Samstagmittag hier ankam schien die Sonne, und ich entschloss mich zu einer ersten Radtour rings um die 3 schönen Seen des Parks. Die Strecke war nicht sehr weit, doch wegen der, schon auf der Nationalpark-Homepage angekündigten  "breath taking views" die ich natürlich ausgiebig fotografieren musste, hat die Tour trotzdem bis zum Abend gedauert. Das ich irgendwann im Abendlicht aufgehört habe überall anzuhalten und zu knipsen, lag nicht an meiner Müdigkeit, sondern am plötzlichen auftauchen der Midges. Kleine fiese Viecher, so groß wie Obstfliegen und sie stechen alles was sich nicht schnell genug bewegt.

In Killarney gibt es den letzten Naturbelassenen Wald in Irland, Urwald voller Irrlichter und Gespenster.

Aber hier erstmal ein paar Bilder von den Seen und der schönen Bergkulisse dahinter.

In diesem Nationalpark steht der Carrantouhill, mit 1041m der höchste Berg Irlands. Von Killarney aus sind es etwa 25km bis an den Fuss des Berges. Vom schönen Samstagswetter ermutigt beschließe ich also Sonntag dorthin zuradeln, mein Fahrrad an einer Art Bergütte dort anzuschließen und den Aufstieg zu wagen.

Der Tag beginnt verregnet... an der Berghütte angekommen trinke ich erstmal einen Tee, dass hilft hier manchmal, aber nein, das Wetter ändert sich nicht. Die Hüttenwirtin die mir den Tee serviert rät mir ab heut auf den Berg zu steigen... aber zu diesem Schluss war ich schon selbst gekommen. Aber auf etwa 2/3 der Wegstrecke und 1/3 der Höhe gibt es zwei hübsche Bergseen, bis dorthin könnt ichs probieren. Der Pfad dorthin führt immerwieder über einen Bergbach (oder schon Fluss?) ohne Brücken. Ich springe also von einem Stein zum nächsten. Nun ist mein Seiltänzerinnen-Gleichgewicht eigendlich ganz gut trainiert, aber der Wind wird immer stärker...

Kurz vor den Bergseen wird der Wind so stark, dass ich mich auch ohne Balanceakte, einfach auf der Wiese, kaum auf den Beinen halten kann. Und was diese Schafe dort tun, einfach unbeeindruckt rumstehen statt wegzufliegen, ist eindeutig eine Verletzung physikalischer Gesetze!

Auf dem Rückweg zu meinem Fahrrad, bei der letzten Flussüberquerung passiert es dann. Durch den vielen Regen fließt nun noch mehr Wasser, und der Wind hat auch nicht nachgelassen. Ich lande bis zu den Oberschenkeln im Wasser... nun bin ich trotzt Regenhose und -jacke ordentlich nass. Auf dem letzten Stück treffe ich zwei Männer die mir erzählen dass sie zum Limerick Climbing Club gehören und jeden Sonntag irgendwo wandern oder bergsteigen. Das sind wirklich die ersten Iren die mir hier begegnen die freiwillig laufen! Zu meiner großen Begeisterung sind die beiden prima ausgerüstet und schenken mir zum Abschied ein paar TROCKENE Socken :-)

Dieses Wochenende ist hier ein Bankholiday weekend, dass heißt auch der Montag ist frei. Also habe ich noch einen weiteren Regentag zur verfügung.

Montag radele ich durch ein Tal, durchs "Gap of Dunloe" eine schöne Strecke viel bergauf mit reichlich Gegenwind.

Es gibt hier "Wachschafe" ;-)und noch mehr Landschaft im Regenschon fast obenund wenn man genau hinschaut sieht man auch eine Menge Bergeister und Elfen und andere GeisterAm anderen Ende des Gap of Dubloe-Tals kommt man wieder zu den Seen. Eigendlich wollte ich dann wieder um die Seen herum, zurück nach Killarney fahren, aber hier bietet sich die Möglichkeit mitsamt meinem Fahrrad, auf ein kleines Boot zu steigen und mich über die 3 Seen zurück schippern zu lassen. Eine nasse Angelegenheit, aber die Aussicht auf die Bergkullissen, vom Wasser aus, ist es wert. Und nass bin ich bei dem Wetter hier sowiesoHier im Nationalpark gibt es einen Berg mit dem Namen Eagles Nest, eine Brutstätte der letzten Weiskopfadler in Irland, der kleine schwarze Punkt über dem Berg ist einer :-)Ja, und nach diesem schönen Wochenende musste ich nun doch wieder zurück nach Dublin. Aber erstmal in die kleine Stadt, Grizzly wieder abgeben, und einen letzten Regenspaziergang durch die Altstadt. Hier spielt heut eine Irishfolkband draussen. Viele Touristen mit blaugefrohrenen Lippen stehen unter Regenschirmen und ein paar abgehärtetere Iren tanzen durch die Pfützen.So, dass wars erstmal wieder.

Nächste Woche habe ich Urlaub, und fahre mit Anke und Alex auf die Halbinsel Dingle. Dort gibt es einen 180km langen Fernwanderweg einmal um die komplette Halbinsel herum, vorbei an Irlands westlichstem Punkt. Danach wird es sicher wieder viele Bilder und Neues zu berichten geben!

Machts gut!

Grete

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen